Den richtigen Webhoster finden

24. Oktober 2019
Posted in Webdesign
24. Oktober 2019 Jens Hofmann

Als Unternehmensgründer steht man vor vielen Herausforderungen, die oft absolutes Neuland darstellen. Eine der wichtigsten Aufgaben ist die Erstellung der eigenen Webseite. Versucht man sich selbst daran und ist zu dem Entschluss gekommen WordPress zu benutzen, wird man irgendwann vor neuen Fragen stehen: Wohin mit den Dateien? Wo gibt es günstigen Speicherplatz? Taugen kostenlose Webhoster etwas? Gibt es Alternativen ohne monatliche Kosten? Antworten auf diese Fragen und was bei der Auswahl des richtigen Webhosting-Anbieters zu beachten ist, finden Sie hier.

1. Was ist Webhosting?

Unter dem Begriff „Webhosting“ versteht man das Anmieten eines Servers, der dauerhaft mit dem Internet verbunden ist. Ein Server wiederum ist nichts anderes als ein leistungsstarker Computer mit speziellem Betriebssystem, der in ein Netzwerk eingebunden ist. Statt einen eigenen Server zu kaufen, mietet man sich einfach etwas Speicherplatz auf dem Server eines Webhosting-Anbieters. Dieser übernimmt dann gleich auch die komplette technische Wartung.[/vc_column_text]

2. Alternativen zum Webhosting

Natürlich könnten Sie auch Ihren Computer zu Hause als Webserver verwenden. Dazu müsste er allerdings die ganze Zeit angeschaltet bleiben. Zudem sind normale Betriebssysteme wie Windows 10 für solche Aufgaben nicht gewappnet. Diese Lösung ist daher unpraktikabel.

Auch Ihren Router können Sie als Webserver mißbrauchen. Dies ist z.B. bei der Fritzbox möglich. Allerdings müssen Sie dazu die darauf befindliche Software verändern. Der technische Laie lässt lieber die Finger davon.

Oder Sie kaufen sich einen speziellen Server für den Heimgebrauch. Keine Sorge: Die sind nicht vergleichbar mit den riesigen Servern in Rechenzentren. Es handelt sich um kompakte Computer, die einfach an Ihren Router angeschlossen werden. Darin befinden sich eine oder mehrere Festplatten.

Das Server-Betriebssystem ermöglicht Ihnen die komplette Verwaltung Ihres Heimservers. Auch ein Webserver lässt sich damit realisieren. Die Verwaltung benötigt allerdings Kenntnisse aus dem Bereich der IT-Administration. Eine falsche Konfiguration kann zu Ausfällen führen oder Sicherheitslücken öffnen. Für den Laien ist auch dieser Weg nicht empfehlenswert.

3. Vorteile des Webhostings

Statt technischer Experimente sollten Sie sich lieber einen Webhoster suchen. Der kostet zwar monatlich etwas, dafür müssen Sie sich um die Technik keinerlei Gedanken machen. Die Verwaltungsoberfläche ist auch für den Laien gut bedienbar. Hier richten Sie nur die wichtigsten Dinge rund um Ihren Server ein: Email-Postfächer, Domains, Datenbanken. In teuren Tarifen können Sie auch weitergehende technische Einstellungen vornehmen. Grundsätzlich sind die Server aber von Anfang so gut konfiguriert, dass das nicht nötig sein sollte.

Das Hauptkriterium bei der Auswahl des richtigen Anbieters wird für Sie vermutlich der Preis sein. Sie sollten sich allerdings nicht zu sehr von Billigangeboten blenden lassen. Es gibt sogar kostenlose Hoster. Wer aber eine professionelle Unternehmenswebseite aufbauen möchte, dem sei von diesen Anbietern eindeutig abgeraten.

4. Schlechter Hoster bringt Nachteile

Wer beim Hosting spart, der wird nicht lange Freude an seiner Seite haben. Auch wenn Sie als Gründer anfangs möglichst wenig investieren wollen, so sollten Sie das Webhosting nicht nur als lästigen Kostenfaktor sehen. Ihre Webseite ist schließlich Ihre digitale Visitenkarte. Und wer nicht gleich von Anfang an potenzielle Kunden vergraulen möchte, der sollte bei der Wahl des Hosting-Anbieters sorgfältig agieren. Sonst müssen Sie in der Folge mit einer Reihe von Nachteilen fertig werden:

  • Server-Ausfälle: Veraltete Server-Technik, die auch noch auf zu viele Kunden aufgeteilt wird, führen bei Günstig-Anbietern oft zu massiven Ausfällen. Hinzu kommen oft nicht vorhandene Sicherheitssysteme. Im schlimmsten Fall ist Ihre Webseite komplett verschwunden oder es wird nach einem Ausfall ein uraltes Backup aufgespielt. Für viele Unternehmer ist die eigene Webseite oft das wichtigste Werkzeug zur Kundengewinnung. Fällt sie aus bedeutet das den Verlust von potenziellen Kunden und damit von Umsatz.
  • schlechte Performance: Die veraltete Technik führt oft auch zu langen Ladezeiten. Schon eine Sekunde mehr macht Ihre Webseite gefühlt extrem langsam. Solche Geschwindigkeitsprobleme nerven nicht nur Ihre Nutzer, sondern auch Google. Die Suchmaschine wertet langsame Webseiten rigoros ab. Eine Top-Platzierung gibt’s damit nicht.
  • „böse Mitmieter“: Billige bzw. kostenlose Serveranbieter werden oft auch von Unternehmen genutzt, mit denen Sie eigentlich nichts zu tun haben wollen: Glücksspiel, Pornografie, Spam, Raubkopien, usw. Sie denken jetzt vielleicht, das könnte Ihnen egal sein. Aber auch wenn Ihre Nutzer das nicht mitbekommen, so weiß Google garantiert Bescheid. Und die Suchmaschine findet solche „Nachbarn“ gar nicht gut. Die Folge sind auch hier Abwertungen beim Ranking.
  • Werbung: Komplett kostenlose Anbieter finanzieren sich oft durch die Einblendung von Werbebannern. Diese können sie meist nicht abschalten. Professionell wirkt sowas natürlich nicht.
  • schlechter Service: Wer nicht viel zahlt, kann auch keinen Top-Service verlangen. Wenn es also zu Ausfällen kommt, müssen Sie wohl oder übel damit leben, dass diese vielleicht mehrere Tage lang andauern.

5. Welcher Server ist der richtige?

Beim Blick auf die Anbieter-Webseiten werden Sie schnell über Begriffe wie Shared Server, Root-Server, u.ä. stolpern. Es handelt sich dabei um verschiedene Server-Typen, deren Bedeutung Sie kennen sollten. Denn welches Webhosting das richtige ist, hängt im Wesentlichen von den Anforderungen Ihrer Webseite ab.

Eine einfache Image-Webseite für ein kleines regionales Unternehmen mit nur wenigen Unterseiten braucht nicht das größte Paket mit komplexen Einstellungsoptionen. Wer dagegen einen größeren Online-Shop plant, der täglich viele Besucher hat, und auf dem komplexe Prozesse abgebildet werden müssen, der benötigt mehr Features. Im Folgenden sind die wichtigsten Server-Typen erklärt:

Kostenloses Webhosting

Hier teilen sich mehrere Kunden einen Server. Man spricht auch vom Shared Server oder Shared Hosting. Um Einnahmen zu generieren, setzt der Hoster oft auf Werbeeinblendungen und spart an der Technik. Aus den oben genannten Gründen sollte man solche Hoster tunlichst vermeiden.

Homepage-Baukasten

Anbieter wie Jimdo oder Wixx bieten ebenfalls Shared Hosting an. Allerdings gibts obendrein noch eine Software, mit der jeder Laie in wenigen Minuten eine Webseite basteln kann. Allerdings sind die Optionen stark eingeschränkt. Der Baukasten bietet nur eine kleine Anzahl vordefinierter Designs, die kaum individualisiert werden können. Auch die Konfiguration des Hosting-Pakets und das Installieren eigener Software wie z.B. WordPress sind nicht möglich.

Wer seine Kunden vorrangig über andere Kanäle als die eigene Webseite gewinnt, nur eine kleine Internetpräsenz haben möchte und wenig Geld ausgeben will, der kann hier dennoch zuschlagen.

Shared Server

Wer es professioneller mag, der greift zu einem kostenpflichtigen Shared-Hosting-Paket. Damit sind die meisten schon gut bedient. Hier teilt man sich den Server mit anderen Kunden. Je höherpreisiger das Paket, desto weniger Kunden sind insgesamt auf dem Server. Gute Anbieter mit guter Hardware wissen aber schon, wieviele Kunden Sie ihren Systemen zumuten können. Auswirkungen auf die Performance hat dies im Normalfall nicht.

Managed Server

Ein Managed Server ist vergleichbar mit einem Shared Server. Allerdings bietet er wesentlich mehr Ressourcen und Funktionen. Damit sind auch komplexe Anwendungen und hohe Besucherströme kein Problem. Der Server wird wie der Shared Server auch vom Anbieter verwaltet. Das Installieren eigener Serversoftware ist nicht möglich, da Ihnen der sogenannte Root-Zugang fehlt (nicht zu verwechseln mit Web-Software wie WordPress).

Root-Server

Dieser gibt Ihnen Zugang bis zur „Wurzel“ (root), d.h. volle Zugriffsrechte. Sie können eigene Serversoftware installieren und den Server komplett selbst managen. Solche Root-Server eignen sich v.a. für komplexe Webseitenprojekte. Kenntnisse in der Server-Administration sind Vorraussetzung. Für Laien sind Root-Server daher nicht zu empfehlen.

6. Die wichtigsten Kriterien bei der Wahl des Webhosters

Wenn Sie nun die Größe Ihres Projektes richtig abschätzen können, sollte die Wahl des richtigen Server-Typs kein Problem sein. Für die meisten Projekte ist der kostenpflichtige Shared Server genau richtig. Nun müssen Sie aus der Fülle an Anbietern am Markt den für Sie passenden auswählen. Welche Kriterien dabei zu beachten sind, erfahren sie hier.

Der Preis

Wie oben schon erwähnt sollte der Preis nicht das alleinige Auswahlkriterium sein. Dennoch ist er gerade für Sie als Unternehmensgründer wichtig. Denn die Anfangsinvestitionen sollten nicht ins Unendliche steigen, schließlich haben die meisten Gründer nur ein begrenztes Budget. Sie sollten erstmal Geld verdienen, bevor Sie große Investitionen tätigen.

Da Sie aber ohne Ihre Webseite kein oder weniger Geld verdienen werden, kommen Sie nicht um einen guten Hoster herum. Mit folgenden Kosten müssen Sie rechnen:

Einrichtungsgebühren

Einige Hoster berechnen eine Gebühr für die Einrichtung Ihres Accounts und des Speicherplatzes auf deren Server. Rechnen Sie diese Gebühr einfach auf 12 Monate um, damit Sie die realen monatlichen Kosten erhalten. Ich persönlich empfehle allerdings Anbieter, die solch eine Gebühr nicht verlangen. Viele der großen und beliebten Anbieter verzichten nämlich komplett darauf.

Monatliche Kosten

Diese schwanken natürlich je nach Umfang des Paketes. Hier müssen Sie den richtigen Kompromiss zwischen Preis und Funktionsumfang finden. Wenn Sie es nur schwer abschätzen können, reicht für den Anfang auch erstmal das kleinere Paket. Ein Wechsel in ein höherpreisiges Paket ist bei fast allen Anbietern jederzeit möglich. Versuchen Sie dennoch anhand der nachfolgenden Kriterien die Anforderungen bestmöglich abzuschätzen.

Weitere Kosten

Oft gibt es versteckte Kosten, die auf den ersten Blick nicht ersichtlich sind. Haben Sie z.B. eine Domain bei einem anderen Anbieter registriert und wollen diese zu Ihrem neuen Anbieter umziehen, wird dafür manchmal eine Gebühr verlangt. Oder sie möchten eine Zusatzleistung buchen, die nicht in Ihrem Paket enthalten ist. Dies ist dann auf die Dauer gesehen oft teurer als der Wechsel ins nächst teurere Paket, in dem diese Funktion inklusive ist.

Der Leistungsumfang

Der wohl wichtigste Punkt bei der Auswahl Ihres Webhosting-Anbieters ist natürlich die gebotene Leistung. Hier können oft gewaltige Unterschiede bestehen. Ein Vergleich lohnt sich allemal. Folgende Punkte sollten in Betracht gezogen werden:

Domains

Eine Domain ist die Adresse, unter der Ihre Webseite erreichbar ist. Heißt Ihr Unternehmen „Max Mustermann GmbH“, sollten sie versuchen auch die Domain „www.maxmustermann.de“ zu registrieren. Ein Paket mit einer Inklusivdomain sollte also Standard sein. Wenn Sie wissen, dass Sie mehrere Domains haben möchten bzw. mehrere Webseiten-Projekte starten wollen, sollten Sie gleich nach einem Paket mit mehr Inklusivdomains Ausschau halten.

Natürlich können Sie auch Zusatzdomains buchen. Diese werden dann aber gesondert berechnet. Hier sollten Sie unbedingt die Preise vergleichen. Achten Sie auch auf die Domain-Endungen. Domains mit der Endung *.com sind z.B. teurer wie die klassische Endung *.de.

Speicherplatz/Webspace

Eine normale Unternehmenswebseite nimmt nicht viel Platz ein. Die meisten Pakete sind dafür ausreichend dimensioniert, so dass Sie selten Probleme wegen zu wenig Speicherplatz bekommen sollten. Nur wenn Sie z.B. viele hochauflösende Bilder oder Videos hosten wollen, müssen Sie auf ausreichend Speicherplatz achten.

Email-Postfächer

Günstige Einsteigerpakete bieten oft keine Email-Postfächer, sondern nur reine Email-Adressen ohne Speicher. Natürlich können Sie Ihre Emails auch weiter bei Anbietern wie GMX hosten. Professioneller ist es allerdings, wenn Ihre Email-Adresse auch Ihre Domain als Endung nutzt. Es gibt Anbieter, die es Ihnen erlauben Email-Adressen auf ein Postfach bei GMX weiterzuleiten.

Besser und bequemer ist es aber, die Emails gleich beim Webhoster zu speichern. Daher sollte in Ihrem Paket mindestens ein Postfach inklusive sein. Für noch etwas mehr Struktur sorgen optional mehrere Postfächer. Achten Sie auf das Übertragungsprotokoll: POP3 lädt die Emails lokal auf Ihren Rechner. Haben Sie hier Emails gelöscht, werden diese auf anderen Geräten nicht mehr abgerufen. Besser ist das IMAP-Protokoll, das eine einfache Nutzung auf mehreren Geräten wie Tablets und Smartphones ermöglicht.

Datenbanken

Datenbanken sind Datenspeicher für verschiedene Software, die Sie auf Ihrem Webserver nutzen. Auch das Content Management System WordPress benötigt solch eine Datenbank. Hier speichert es z.B. Systemeinstellungen, Texte oder Useraccounts. Wenn Sie WordPress benutzen wollen, sollte Ihr Hosting-Paket mindestens eine sogenannte MySQL-Datenbank beinhalten.

Bei größeren Projekten muss die Datenbank ausreichend dimensioniert sein. Während die Größe oft angegeben wird, ist die Geschwindigkeit nur schwer ermittelbar. Allerdings ist eine gute Datenbankgeschwindigkeit für WordPress oft wichtiger als ein schneller Server.

Traffic

Traffic steht für Datenverkehr, also wieviele Daten in einem bestimmten Zeitraum hin- und hergesendet werden dürfen. Die meisten Standard-Pakete bieten unbegrenzten Traffic. Allerdings sollten Sie immer ins Kleingedruckte schauen. Denn oft dreht Ihnen der Anbieter trotzdem den Hahn ab, wenn Sie es übertreiben. Damit versucht er Sie in ein größeres Leistungspaket zu zwingen. Pakete mit limitierten Traffic lohnen sich nur für Webseiten mit wenigen Besuchern am Tag.

Tools für Programmiersprachen

Sie fragen sich bestimmt, für was Sie solche Tools brauchen. Sie wollen ja sicher nichts programmieren. Allerdings benötigen Systeme wie WordPress diese Tools, damit sie überhaupt funktionieren. Jede Programmiersprache kommt mit solchen Entwicklertools daher. Diese werden von Programmierern genutzt, um eigene Software zu basteln. Aber auch bestehende Software benötigt eben diese Tools.

Für WordPress brauchen Sie die z.B. die Programmiersprache PHP. Haben Sie ein Paket mit einer MySQL-Datenbank, ist das PHP-Modul bereits enthalten. Achten Sie darauf, dass immer die aktuellste Version installiert ist oder in der Verwaltungsoberfläche Ihres Anbieter ausgewählt werden kann (zum Zeitpunkt der Veröffentlichung: PHP 7.3.10).

Softwareinstallation auf Knopfdruck

Einige Anbieter bieten die Installation beliebter Software wie WordPress als sogenannte 1-Click-Installationen an. Sie müssen also WordPress nicht erst herunterladen, bei Ihrem Anbieter hochladen und irgendwelche Zugangsdaten eingeben. Wer absoluter technischer Laie ist, sollte darauf achten, dass diese Funktion bei seinem Anbieter verfügbar ist.

SSL-Verschlüsselung

Wer mit seiner Webseite bei Google gut ranken möchte, der braucht SSL. Damit werden die übertragenen Daten verschlüsselt. Für diese Verschlüsselung müssen Sie ein Zertifikat erwerben, das erst von einer Vergabestelle validiert werden muss. Grundsätzlich gilt: Je günstiger ein Zertifikat, desto weniger Zeit zur Validierung war vorhanden. Eine zu einfache Validierung führt oft zu einem unsicheren Zertifikat. Statt eines grünen Schloss-Symbols im Browser gibts dann oft den Hinweis „Diese Webseite ist unsicher.“

Bei der simplen Domain-Validierung sendet die Vergabestelle eine Email an die Email-Adresse des Inhabers, die auf seine Domain endet. Etwas besser ist die Organisation-Validierung. Die Vergabestelle überprüft, ob es Ihre Firma auch wirklich gibt. Und noch sicherer ist die Extended-Validierung, die oft bei sehr sensiblen Daten wie Kontodaten verwendet wird.

Bei vielen Webhostern sind SSL-Zertifikate bei bestimmten Paketen inklusive. Hierbei handelt es sich meist um die kostenlosen Zertifikate von Let’s Encrypt. Es handelt sich dabei um eine Vergabestelle, die die Validierung automatisiert statt händisch durchführt. Für Selbstständige und Kleinunternehmer reichen diese Zertifikate in der Regel aus. Wer mehr braucht, kann bei seinem Anbieter kostenpflichtige Zertifikate bestellen.

Service

Ein guter Service sollte nicht vernachlässigt werden. Gerade wenn man bisher noch nie mit dem Thema Webhosting in Berührung gekommen ist, werden anfangs viele Fragen auftauchen. Hier ist ein gut erreichbarer Support mit schnellen Antwortzeiten Gold wert. Und sollte es doch mal zu einem Server-Ausfall kommen, sind sie froh, wenn auch jemand antwortet.

Die Technik

Auch wenn Sie vielleicht jetzt zu gähnen anfangen, sollten Sie sich doch mit einigen technischen Funktionen beschäftigen. Denn eine schlechte Technik bedeutet langsame Ladezeiten und häufige Serverausfälle. Hier sind die wichtigsten technischen Kriterien, die Sie bei der Wahl Ihres Webhosters in Betracht ziehen sollten:

Server-Betriebssystem

Es gibt Windows-Server und Linux-Server mit dem Betriebssystem Apache. Beide verrichten Ihren Job gleich gut. Allerdings sollten Sie einen Apache-Server bevorzugen, da Software wie WordPress auf dieses System ausgerichtet ist. Auch sind Windows-Server oft deutlich teurer.

Prozessor/Arbeitsspeicher

Achten Sie auf möglichst moderne Komponenten. Aktuelle Intel Xeon Prozessoren garantieren eine gute Performance. Beim Arbeitsspeicher achten Sie auf ein Memory Limit von mindestens 64 MB, falls Sie WordPress betreiben wollen. Ansonsten kann es zu langsamen Ladezeiten und Ausfällen kommen. Im Idealfall kann man das Memory Limit selber einstellen.

Server-Standort

Was bringt einem der schnellste Server, wenn der am anderen Ende der Welt steht. Das erhöht nur unnötig die Reaktionszeiten des Servers und die Ladezeiten Ihrer Webseite. Für den deutschen Unternehmer sind Server in Deutschland am sinnvollsten. Hier gibts dann nämlich auch einen Support in deutscher Sprache.

Backups

Datensicherungen sollten Sie natürlich immer selber machen. Dennoch ist es sehr sinnvoll, wenn auch der Anbieter regelmäßig die Daten seiner Kunden sichert. Im Notfall haben Sie damit immer noch eine zweite Sicherung. Achten Sie darauf, dass der Anbieter diese Backups auch wirklich regelmäßig und in kurzen Abständen durchführt. Denn was bringt Ihnen ein uraltes Backup aus dem Vorjahr.

Weitere Kriterien

Natürlich sollten Sie auch recherchieren, was andere Nutzer so über den Anbieter schreiben. Nutzen Sie dazu z.B. das Portal Hosttest. Dort finden Sie auch Bestenlisten und Informationen zu den einzelnen Anbietern.

Von Vorteil ist es natürlich auch, wenn der Anbieter schon länger existiert. Neue Anbieter müssen nicht gleich schlecht sein. Doch oft sind die Abläufe dort noch nicht so perfekt und die Technik noch nicht vollständig unter Kontrolle.

Bedenken Sie natürlich auch Punkte wie Vertragslaufzeit und Kündigungsfristen. Am sinnvollsten ist es Sie buchen ein Paket für 12 oder 24 Monate und bezahlen den Betrag im Vorraus. Bei vielen Anbietern ist auch eine vierteljährliche oder monatliche Zahlung möglich. Meist wird der Preis dann aber teurer.

Und schließlich sollten Sie sich auch immer auf Ihr Bauchgefühl verlassen. Macht die Webseite einen guten Eindruck? Gibts vielleicht einen Testaccount, um mal in die Bedienoberfläche des Anbieter hineinzuschnuppern ? War die Beratung freundlich und informativ? Was sagen andere zu dem Anbieter?

Wenn Sie sich jetzt immer noch unsicher sind, helfen Ihnen vielleicht meine Top 3 Empfehlungen.

7. Meine Top 3 Webhosting-Anbieter

1. Netcup

netcup.de
Der Anbieter aus Karlsruhe glänzt mit schnellen Servern aus Deutschland und einem gutem 24h-Support per Mail und Telefon. Das Vergleichsportal Hosttest zeichnete das Unternehmen seit 2015 gleich 11 Mal als Webhoster des Jahres in verschiedenen Kategorien aus. Der Kundenbereich ist übersichtlich gestaltet und einfach zu bedienen. Bereits beim günstigen Paket „Webhosting 1000“ sind SSL-Zertifikate enthalten. Auf Knopfdruck können Anwendungen wie WordPress installiert werden.

+ SSD-Festplatten in allen Tarifen

Netcup nutzt die schnelle Speichertechnologie SSD statt langsamer Magnetfestplatten. Das sorgt für noch schnellere Serverantwortzeiten.

+ Support rund um die Uhr

Der Support ist 365 Tage im Jahr und 24 Stunden am Tag erreichbar.

+ Günstiger Einsteigertarif

Den Basis-Tarif mit einer Domain, 25 GB Speicher und einer Datenbank inklusive SSL-Verschlüsselung gibts bereits ab 1,99 € im Monat.

+ Server in Deutschland

Netcup betreibt ein eigenes Rechenzentrum in Nürnberg. Viele Anbieter mieten sich nur in bestehenden Rechenzentren ein. Damit hat Netcup die volle Kontrolle über die Hardware. Der Standort garantiert kurze Antwortzeiten.

+ Kostenlose SSL-Zertifikate bereits im Basis-Tarif

Schon im günstigsten Tarif gibt es die kostenlosen Zertifikate von Let’s Encrypt.

2. Webgo

webgo.de
Die Webgo GmbH aus Hamburg ist ein inhabergeführtes Unternehmen und landet bei Hosttest regelmäßig in den Top 20 der besten Webhoster des Jahres. Einzigartig ist der Homepagebaukasten, der zusammen mit dafür geschnürten Hosting-Paketen erhältlich ist. Ob der Baukasten etwas taugt, konnte ich bisher leider nicht testen. Interessant ist es allemal, ob Webgo die Platzhirsche Jimdo und Wixx übertrifft.

+ schnelle und zuverlässige Server am Knotenpunkt Frankfurt

Webgo besitzt eigene Server direkt am wichtigen Internetknotenpunkt Frankfurt am Main. Damit sind fast 100% Erreichbarkeit von überall aus möglich.

+ Freundlicher Support auch per Live-Chat

Der super-freundliche und kompetente Support ist per Email, Telefon und ganz bequem auch per Live-Chat erreichbar.

+ umfangreicher Basistarif

Der Basistraif ist zwar etwas teurer als bei Netcup, dafür gibt’s gleich 3 Domains, 50 GB Speicher und 5 Datenbanken inklusive.

- kein 24h-Support

Leider ist der Support nur von Montag bis Freitag, von 9 bis 20 Uhr und Samstag, Sonntag und Feiertags von 11 bis 18 Uhr erreichbar.

- SSD nicht in Standard-Tarifen

Auch Webo nutzt die schnelle Speichertechnologie SSD. Leider muss man dafür spezielle Tarife buchen, die teurer sind als die Basis-Pakete.

- SSL nicht in Basistarif enthalten

Let’s Encrypt Zertifikate sind erst in den teureren Tarifen enthalten und können im Basistarif nur gegen Aufpreis von 5,95 € monatlich gebucht werden.

3. All-Inkl

All-Inkl aus Friedersdorf betreibt ein eigenes Rechenzentrum am Standort Dresden und fährt bei Hosttest ebenfalls regelmäßig Top-Platzierungen ein. 2016 und 2017 wurde der Anbieter Webhoster des Jahres. Der Support bietet Hilfe rund um die Uhr. Das Preis-Leistungsverhältnis ist etwas besser als beim Konkurrenten Webgo.

+ eigenes Rechenzentrum in Deutschland

All-Inkl betreibt ein eigenes Rechenzentrum mit eigenen Servern am Standort Dresden.

+ Support rund um die Uhr

Der Support ist 365 Tage im Jahr und 24 Stunden am Tag erreichbar.

+ umfangreicher und günstiger Basistarif

Der Basistarif bietet die selben Grundfunktionen wie der vom Konkurrenten Webgo: 3 Domains, 50 GB Speicherplatz und 5 Datenbanken inklusive. Allerdings ist der Tarif bereits für 4,95 € statt 5,95 € zu bekommen.

- kein SSD

Bei All-Inkl gibt es nur in den Server-Tarifen optional SSD-Festplatten. In den normalen Webhosting-Paketen sind normale HDDs im Einsatz.

- SSL nicht in Basistarif enthalten

Leider sind Let’s Encrypt Zertifikate erst in den teureren Tarifen enthalten und können im Basistarif nur gegen Aufpreis gebucht werden.

Wer billig kauft, kauft zweimal

Von der Wahl des passenden Webhosters hängt viel ab. Eine zuverlässige und schnelle Technik reduziert Ausfälle und lässt Ihre Webseite immer schnell laden. Kostenlose Anbieter sollte man meiden. Wer wenig Ansprüche hat, kann zu Jimdo & Co. greifen.

Für um die 5€ im Monat bekommt man dagegen schon gut ausgestatte Shared-Hosting-Pakete mit vielen Reserven. Werden Sie sich bewusst, was genau Sie benötigen, und wählen Sie aus einer breiten Palette an Anbietern. Mit meinen Top 3 Kandidaten können Sie nichts falsch machen.

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