WordPress als Software ist und bleibt kostenlos. Das Betreiben von WordPress kann aber Kosten verursachen. Dazu zählen z.B. die Kosten für das Hosting oder Lizenzkosten für kostenpflichtige Premium-Themes und Premium-Plugins.

Inhaltsverzeichnis

WordPress.com vs. WordPress.org

Jetzt werden Sie vielleicht sagen: „Wenn man WordPress bei Google eingibt und den ersten Link anklickt, dann ist im Menü dieser Website das Wort Tarife zu sehen. Also kostet WordPress jetzt doch Geld?“. Nein, WordPress ist kostenlos. Sie haben nur die falsche Seite angeklickt. Der Macher hinter WordPress.com ist die Firma Automattic. Sie möchte Ihnen nicht WordPress verkaufen, sondern ein Hosting-Paket, in dem WordPress bereits vorinstalliert ist und vom Betreiber gewartet wird.

Und ja: WordPress.com bietet auch ein komplett kostenloses Paket an. Das Problem: Wenn es auch kostenlos bleiben soll, muss man mit zahlreichen Einschränkungen leben: Man hat keinen direkten Zugriff auf die WordPress-Dateien, darf also keine manuellen Code-Änderungen vornehmen. Man darf keine Plugins installieren. Die Nutzung einer eigenen Domain ist nicht möglich. Und man muss mit Werbeeinblendungen leben. Wer das nicht will, der muss zahlen. Dann hat man zwar einen größeren Funktionsumfang, muss aber auch tief in die Tasche greifen.

Günstiger ist es, sich WordPress beim Hersteller herunterzuladen und bei einem Hoster seiner Wahl zu installieren. Mit dieser Variante ist man wesentlich flexibler und kann die weiteren Kosten im Zaum halten. Denn wie gesagt: Die WordPress-Software an sich ist kostenlos. Um sie zu bekommen, müssen Sie den zweiten Link in der anfangs durchgeführten Google-Suche nutzen. Dann gelangen Sie auf die Seite WordPress.org. Das ist die offizielle Seite des Herstellers und dort können Sie das CMS völlig kostenfrei herunterladen.

GNU General Public License

Die WordPress-Software steht unter der GNU General Public License . Deswegen kann sie kostenlos heruntergeladen und ohne Einschränkungen genutzt werden. Man darf sie beliebig oft installieren, man darf Dateien verändern, löschen oder neue hinzufügen. Es ist sogar erlaubt modifzierte Dateien zu verkaufen, wenn man ebenfalls eine GPL-Lizenz verwendet. Kunden, die z.B. für die Entwicklung eines WordPress-Themes bei einem Profi Geld bezahlen, müssen gemäß dieser Lizenz ebenfalls freien Zugriff auf die Dateien dieses Themes erhalten. Dieses Software-Modell wird auch als Open-Source bezeichnet, d.h. der Quellcode ist für alle einsehbar und darf beliebig geändert werden.

Die WordPress-Foundation

Jetzt stellt man sich vielleicht die Frage, warum die Entwickler dieser so tollen Software für ihre Arbeit nicht bezahlt werden wollen? Die Macher hinter WordPress gehören keiner Firma an, sondern einer gemeinnützigen Organisation. Die WordPress-Foundation verwaltet den Kern-Code der Software und sorgt durch regelmäßige Updates für Sicherheit und Stabilität. Eine Gewinnabsicht liegt nicht dahinter.

Denn von WordPress haben alle etwas: Unternehmen, Programmierer, WordPress-Fans. Das honorieren sie dadurch, dass sie den WordPress-Code aktualisieren oder die WordPress-Website pflegen und damit der WordPress-Community etwas zurückgeben.

Wie kann man WordPress komplett kostenlos betreiben?

Die Software an sich ist also kostenlos. Aber um sie betreiben zu können, muss man eventuell doch den Geldbeutel zücken. Das hängt auch von den Anforderungen ab, die man an seine eigene Website stellt. Grundsätzlich ist es aber möglich, eine WordPress-Website komplett kostenlos zu betreiben. Dazu muss man wissen, welche Faktoren Kosten verursachen können und wie die Alternativen aussehen.

Das Hosting

Wie man am Beispiel der Website WordPress.com gesehen hat, kann man das CMS völlig kostenfrei hosten lassen. Alternativ kann man sich aber die Software auch beim Hersteller herunterladen und bei jedem anderen kostenlosen Hosting-Anbieter installieren. Und eben weil diese Anbieter völlig kostenlos Speicherplatz und Datenbanken zur Verfügung stellen, muss man mit vielen Einschränkungen leben:

Wem das nichts ausmacht, spart sich die monatlichen Gebühren für einen Hoster. Das mag bei einer privaten Homepage noch akzeptabel sein. Wer aber eine professionelle Unternehmenswebsite betreiben möchte, sollte die Kosten für einen guten Hoster nicht scheuen. Für um die 5€ monatlich bekommt man bereits passende Pakete. Wenn Sie wissen möchten, wie Sie den passenden Hoster finden, lesen Sie dazu auch meinen Webhosting-Guide.

Das Theme

Hat man WordPress nun bei einem Anbieter seiner Wahl installiert, benötigt man ein sogenanntes Theme. Das Theme ist die Basis-Struktur einer Website. Es umfasst wesentliche Design-Elemente wie Kopf- und Fußbereich, in dem dann der eigentliche Seiteninhalt ausgegeben wird. Das Standard-Theme, das bei der Installation von WordPress mit installiert wird, ist komplett kostenlos. Wem das nicht gefällt, der findet im Themeverzeichnis unzählige kostenlose Themes.

Die Anpassbarkeit dieser Themes ist allerdings oft eingeschränkt bzw. nur über das Verändern des Quellcodes möglich. Wer nicht programmieren kann, der könnte schnell vor einem Problem stehen, falls einem am Theme irgendetwas Bestimmtes nicht gefällt. Entweder sucht man sich dann ein passenderes Theme, eines mit mehr Funktionen oder jemanden, der einem beim Anpassen hilft.

Und hier können Kosten auf einen zukommen. Wenn man kein kostenloses Theme mit genau den Funktionen findet, die man braucht, stößt man unweigerlich auf Premium-Themes. Diese werden über Marktplätze wie Envato verkauft und bieten oft nicht nur ein Theme, sondern gleich auch noch eine Reihe dazu passender Plugins wie z.B. sogenannte Page Builder. Mit denen kann man auch als technisch begabter Laie eine Website basteln. Gute Themes gibts bereits ab 15€.

Die Plugins

Plugins sorgen für mehr Funktionen ohne zusätzlichen Programmieraufwand. Das Plugin-Verzeichnis von WordPress umfasst tausende dieser nützlichen Erweiterungen. Ein Großteil davon ist kostenlos. Auch hier fragt man sich, wieso man als Programmierer für seine Arbeit nicht bezahlt werden möchte.

Oft sind es einfach nur WordPress-Fans, die anderen WordPress-Nutzern helfen wollen, ohne damit Geld zu verdienen. Aber auch Entwickler kostenpflichtiger Plugins stellen gerne mal eine kostenloses Variante zur Verfügung. Dann aber nicht, weil man so sozial ist, sondern weil man damit die kostenpflichtige Version bewerben möchte. Und der ein oder andere Programmierer sieht die kostenlose Herausgabe seines Werkes auch als Möglichkeit an auf sich und seine Dienstleistungen aufmerksam zu machen.

Es gibt sehr viele, sehr gute kostenlose Plugins, so dass teure Premium-Plugins oft gar nicht nötig sind. Und trotzdem gibt es genug Gründe doch Geld auszugeben. Manchmal kommt man mit der Gratis-Methode einfach nicht weiter. Es fehlen vielleicht wichtige Funktionen oder das Plugin ist nicht mehr kompatibel mit der neuesten WordPress-Version, aber das einzig kostenlose seiner Art. Und statt dann viel Geld in einen Programmierer zu stecken, ist es günstiger, sich die benötigten Funktionen über ein kostenpflichtiges Plugin zu holen.

Die Preispolitik der Plugin-Hersteller ist recht unterschiedlich. Man bekommt Plugins für 5€, man kann aber auch mehrere 100€ bezahlen. Einige muss man nur einmal bezahlen, andere jährlich oder monatlich. Nur dann erhält man auch weiter Updates und Support durch den Hersteller. Hier muss am Ende jeder für sich selbst entscheiden, ob und welche Kosten er bereit ist zu tragen.

Die Website-Erstellung

Wer seine Seite selber baut, der investiert nur seine Zeit. Um mit WordPress gute Ergebnisse zu erzielen, muss man heutzutage auch kein Programmiergenie mehr sein. Aber technischer Sachverstand und ein Gefühl für gutes Design sind dennoch eine wesentliche Vorrausetzung für eine ansehnliche Seite. Ansonsten kann der Selbstversuch schnell in Frust ausarten. Die Fallstricke lauern im Detail.

Wer gar keine Lust darauf hat oder wem das nötige Know-How fehlt, der muss auch für die Erstellung der Seite durch einen Profi Kosten mit einberechnen. Das kostet zwar erstmal etwas mehr, dafür bekommt man dann bei einem guten Webdesigner auch eine individuell geplante Website, die das eigene Unternehmen perfekt widerspiegelt und für den Verkauf von Produkten und Dienstleistungen optimiert ist.

Die Website-Pflege

Damit WordPress sicher und stabil läuft, wird es ständig weiterentwickelt. Daher ist es wichtig zeitnah die neuesten Updates für das Basis-System, das Theme und alle Plugins einzuspielen. Auch das geht völlig kostenlos. Über das WordPress-Dashboard werden die Updates angezeigt und können per Klick installiert werden. WordPress bietet auch eine Automatik-Funktion. Dann muss man theoretisch gar nichts mehr machen.

Leider kommt es durch Updates immer wieder zu Problemen. Genau hier zerschießen sich Laien gerne mal ihre Seite. Hat man dann nicht mal mehr ein Backup zur Hand, kommt man vielleicht schnell zu dem Schluß, dass man die Wartung der Seite vielleicht doch lieber einem Profi überlassen sollte. Das kann ein spezieller WordPress-Hoster sein, der sich um die komplette Technik kümmert, oder der Webdesigner, der Ihnen Ihre Seite erstellt hat. Die schauen dann auch gleich noch nach möglichen Inkompatibilitäten von neuen Updates, erstellen Backups, prüfen die Seite auf Schadcode und beheben Fehler.

Die Website-Inhalte

Wer es komplett kostenlos haben möchte, der schreibt alle Texte auf seiner Seite selber und nutzt dazu kostenlose Fotos und Videos. Diese können aus Stockdatenbanken stammen. Achten Sie darauf, dass die Bilder auch wirklich lizenzfrei sind. Oft muss man den Namen des Autors auf der Seite erwähnen, um die Bilder nutzen zu können. Alternativ kann man sich auch selbst an die Kamera wagen. Dafür reicht heutzutage schon ein einfaches Smartphone, das wohl fast jeder zu Hause haben sollte.

Wer mit dem Schreiben von Texten oder dem Erstellen von Fotos nichts am Hut hat oder es einfach etwas professioneller möchte, der kann natürlich auch dafür Geld ausgeben. Ein Texter schreibt dann nicht nur einfach ein paar nette Zeilen. Im Idealfall kurbeln diese auch noch den Verkauf an und sind für Suchmaschinen optimiert. Ein Fotograf setzt Sie, Ihre Produkte oder Ihr Unternehmen gekonnt in Szene. Auch wenn das eine Stange Geld kostet – ein Profi-Fotograf lohnt sich und wertet jede noch so unscheinbare Website ungemein auf.

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